Özel Gazi Hastanesi · İzmir

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Otoplastik (Ohrkorrektur)

Otoplastik ist der Oberbegriff für Operationen, die Form, Größe oder Stellung der Ohrmuschel korrigieren. Als HNO-Ärztin und Kopf-Hals-Chirurgin beurteilt Op. Dr. Özlem Yüksel Coşar Aufbau und Aussehen des Ohres gemeinsam und legt das passende Vorgehen nach der Untersuchung mit Ihnen fest.

Beurteilung von Form und Proportionen der Ohrmuschel vor einer Otoplastik
Eingriffsdauer
30 Min. – 3 Stunden
Narkose
Lokal- oder Vollnarkose
Gesellschaftsfähig nach
3–10 Tagen
Endergebnis
nach 3–6 Monaten

Was ist eine Otoplastik?

Die Otoplastik ist der Sammelbegriff für Operationen, die Form, Größe, Symmetrie oder Stellung der äußeren Ohrmuschel verändern. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Eingriff, sondern um eine Gruppe von Techniken – von der Naht eines eingerissenen Ohrläppchens bis zur Aufrichtung eines angeborenen, nach vorne geknickten Ohrrandes.

Die Ohrmuschel besteht aus elastischem Knorpel, der von dünner Haut überzogen ist und ein typisches Faltenrelief bildet. Die Proportionen dieser Falten, die Gesamtgröße des Ohres und sein Verhältnis zum Gesicht bestimmen, wie das Ohr wirkt. Ziel der Otoplastik ist ein unauffälliges Ohr, das zur Gegenseite passt und natürlich aussieht.

Abstehende Ohren sind der häufigste Grund für eine Ohroperation. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf unserer eigenen Seite zur Ohranlegung bei abstehenden Ohren. Auf dieser Seite geht es um die übrigen Formveränderungen, die sich mit einer Ohrkorrektur behandeln lassen.

Welche Ohrfehlbildungen lassen sich mit einer Otoplastik korrigieren?

Häufige Befunde in unserer Sprechstunde, die sich operativ verbessern lassen, sind:

  • Eingerissene oder ausgeleierte Ohrläppchen durch schwere Ohrringe, Hängenbleiben oder ein im Laufe der Jahre erweitertes Ohrloch.
  • Gedehnte Ohrläppchen nach Flesh Tunnels, bei denen das Ohrläppchen zu einer großen Schlaufe geworden ist.
  • Große oder hängende Ohrläppchen, die im Verhältnis zum Gesicht unproportioniert wirken.
  • Makrotie – eine insgesamt im Verhältnis zum Gesicht zu große Ohrmuschel.
  • Tassen- oder Knickohren (Constricted Ear) – angeborene Formen, bei denen der obere Ohrrand nach vorne abknickt oder die Ohrmuschel enger ist als üblich.
  • Stahl-Ohr – eine zusätzliche Knorpelfalte im oberen Ohr, die den Rand spitz erscheinen lässt.
  • Deutliche Asymmetrie in Größe, Form oder Stellung beider Ohren.
  • Verformungen nach Verletzungen, etwa nach Bissen, Schnittverletzungen oder das verdickte „Blumenkohlohr“ bei Kontaktsportarten.
  • Revision nach früheren Ohroperationen.

Ist die Ohrmuschel ganz oder größtenteils nicht angelegt (Mikrotie), ist eine eigene, mehrstufige Rekonstruktionsplanung erforderlich.

Kontrolluntersuchung nach einer Ohrkorrektur

Wie wird ein eingerissenes Ohrläppchen korrigiert?

Die Korrektur des Ohrläppchens ist der kürzeste und häufigste Teil der Otoplastik. Bei einem durchgerissenen Ohrläppchen werden die verheilten Wundränder angefrischt und Vorder- und Rückseite des Läppchens schichtweise vernäht. Eine leicht gebrochene statt gerade Schnittführung kann helfen, eine spätere kleine Einkerbung zu vermeiden.

Nach Flesh Tunnels wird überschüssiges Gewebe entfernt und das verbleibende Gewebe so neu geformt, dass das Ohrläppchen seine natürliche runde Kontur zurückerhält. Große oder hängende Ohrläppchen werden durch keilförmige Gewebeentnahme am Rand oder an der Rückseite verkleinert.

Diese Eingriffe erfolgen meist in örtlicher Betäubung, dauern etwa 30–60 Minuten, und Sie können am selben Tag nach Hause gehen. Die Fäden werden in der Regel nach 7–10 Tagen gezogen.

Korrektur großer, geknickter und asymmetrischer Ohren

Ist der Ohrknorpel selbst betroffen, wird für jedes Ohr ein individueller Plan erstellt. Die wichtigsten Ansätze sind:

Ohrverkleinerung

Bei der Makrotie wird eine genau bemessene Menge Haut und Knorpel aus dem äußeren Ohrrand (Helix) und der angrenzenden Rinne (Skapha) entfernt, um das Ohr zu verkürzen. Die Schnitte liegen an der Innenkante des Randes und sind dadurch gut versteckt. Das Ohrläppchen kann bei Bedarf in derselben Sitzung verkleinert werden.

Knick- und Tassenohren

Ist der obere Ohrrand nach vorne gefaltet, wird der Knorpel gelöst, neu geformt und bei Bedarf mit einem kleinen Knorpelstück aus einem anderen Bereich des Ohres gestützt. Bei ausgeprägteren Formen können aufwendigere Techniken nötig sein, um im oberen Ohrbereich Gewebe zu gewinnen.

Stahl-Ohr und Asymmetrie

Beim Stahl-Ohr wird die überzählige Knorpelfalte geschwächt oder entfernt und die natürliche Rundung des Randes wiederhergestellt. Bei einer Asymmetrie ist das Ziel, dass beide Ohren möglichst ähnlich aussehen – manchmal wird dafür nur ein Ohr operiert, manchmal beide in unterschiedlichem Ausmaß.

Bei Neugeborenen mit angeborenen Formabweichungen können Formungsverfahren, die angewendet werden, solange der Knorpel noch sehr weich ist, eine Operation in manchen Fällen überflüssig machen. Mehr dazu auf unserer Seite zu abstehenden Ohren.

Ohrkorrektur nach Verletzungen und Revisionseingriffe

Die Ohrmuschel gehört zu den exponiertesten Teilen des Gesichts und wird leicht durch Schläge, Bisse oder Schnitte verletzt. Bei Kontaktsportarten kann sich nach einem Schlag Blut zwischen Haut und Knorpel sammeln. Wird dieser Bluterguss nicht frühzeitig entlastet, verdickt sich der Knorpel und es kann eine bleibende Verformung entstehen. Bei einer Schwellung des Ohres nach einer Verletzung empfehlen wir daher eine rasche Untersuchung.

Bei bereits bestehenden Verformungen nach Verletzungen wird der verdickte Knorpel ausgedünnt und die Kontur des Ohres neu modelliert. Bei Gewebeverlust kann Gewebe aus der Umgebung oder ein Knorpeltransplantat verwendet werden; größere Defekte werden unter Umständen in mehreren Schritten versorgt.

Revisionseingriffe kommen für Patientinnen und Patienten infrage, die bereits am Ohr operiert wurden und etwa ein erneutes Abstehen, eine Überkorrektur, scharfe Knorpelkanten oder eine Asymmetrie bemerken. Da das Gewebe bereits verändert ist, erfordern diese Eingriffe eine besonders sorgfältige Planung.

Beratung und Vorbereitung

Im ersten Gespräch hören wir uns an, was Sie an Ihrem Ohr stört, und beurteilen anschließend Knorpelstruktur und -elastizität, Hautqualität sowie die Unterschiede zwischen beiden Seiten. Im Rahmen der HNO-Untersuchung werden auch Gehörgang und Trommelfell kontrolliert. Für die Planung werden Fotos aus mehreren Blickwinkeln angefertigt.

Vor der Operation:

  1. Ihre Medikamente, insbesondere Blutverdünner und pflanzliche Präparate, werden überprüft.
  2. Ist eine Vollnarkose geplant, erfolgen Routineuntersuchungen und ein Narkosegespräch.
  3. Wenn Sie rauchen, werden Sie gebeten, für einige Zeit darauf zu verzichten, da Rauchen die Wundheilung beeinträchtigt.
  4. Nach früheren Operationen helfen Operationsbericht und ältere Fotos bei der Planung.

Wenn Sie aus dem Ausland anreisen, lässt sich vieles vorab per E-Mail oder Videosprechstunde klären; das Gespräch kann auf Türkisch oder Englisch geführt werden.

Heilungsverlauf nach einer Otoplastik

Die Heilungsdauer hängt stark vom Umfang des Eingriffs ab. Nach einer reinen Ohrläppchenkorrektur sind viele Patientinnen und Patienten schon am nächsten Tag wieder im Alltag, während Knorpeleingriffe eine längere Erholung erfordern.

Zeitraum Typischer Verlauf nach Knorpeleingriffen
Erste 2–5 Tage Ein schützender Verband bleibt angelegt; leichte Schmerzen und Spannungsgefühl lassen sich meist mit Schmerzmitteln gut kontrollieren.
1. Woche Der Verband wird abgenommen und das Ohr kontrolliert; für die Nacht wird ein weiches Stirnband empfohlen.
Tag 7–14 Nicht resorbierbare Fäden werden, falls verwendet, gezogen; die meisten kehren an einen Büroarbeitsplatz zurück.
4.–6. Woche Das nächtliche Stirnband wird meist nicht mehr benötigt; leichter Sport ist wieder möglich.
3.–6. Monat Schwellung und Taubheitsgefühl am Ohrrand gehen weitgehend zurück, die endgültige Form wird sichtbar.

Kontrollen führen wir in der ersten Woche, nach einem Monat und nach drei Monaten durch. Bei Patientinnen und Patienten, die nicht in Izmir wohnen, sind Zwischenkontrollen per Videosprechstunde möglich.

Risiken und worauf Sie achten sollten

Die Otoplastik gilt allgemein als sicherer Eingriff, birgt aber wie jede Operation Risiken. Dazu gehören Nachblutung und Blutansammlung unter der Haut (Hämatom), Infektion und Entzündung der Knorpelhaut, tastbare oder durch die Haut austretende Fäden, Asymmetrie, verdickte oder wulstige Narben (Keloid), vorübergehend vermindertes Gefühl sowie Kälteempfindlichkeit. Bei manchen Patientinnen und Patienten ist später eine kleine Nachkorrektur nötig.

Zunehmende oder einseitige Schmerzen, eine deutliche Schwellung oder Fieber in den ersten Tagen nach der Operation sollten umgehend abgeklärt werden – bitte melden Sie sich in diesem Fall sofort bei uns.

Lässt sich eine Ohrkorrektur mit anderen Eingriffen im Gesicht kombinieren?

Die Ohren sind Teil der Gesichtsproportionen, und manche Patientinnen und Patienten planen eine Ohrkorrektur zusammen mit anderen Eingriffen. So kann etwa eine Ohrläppchenkorrektur oder -verkleinerung in derselben Sitzung wie eine Nasenkorrektur (Rhinoplastik) erfolgen. Auch Ohrläppchen, die nach einem Facelift nach unten gezogen wirken, lassen sich mit Techniken der Otoplastik korrigieren.

Ob Eingriffe kombiniert werden sollten, hängt von der Operationsdauer, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und Ihren Wünschen an die Erholungsphase ab – das entscheiden wir gemeinsam. Einen Überblick darüber, wie das Gesicht als Ganzes beurteilt wird, finden Sie auf unserer Seite zur Gesichtsästhetik.

Verfasst von

Op. Dr. Özlem Yüksel Coşar

Fachärztin für HNO-Heilkunde & Kopf-Hals-Chirurgie · Zuletzt aktualisiert:

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, lässt sich erst nach einer Untersuchung festlegen; Ergebnisse sind individuell verschieden.

Otoplastik: häufige Fragen

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Kann ich nach der Korrektur eines eingerissenen Ohrläppchens wieder Ohrringe tragen?

In den meisten Fällen ja. Das reparierte Gewebe braucht in der Regel mindestens 6–8 Wochen, um ausreichend stabil zu werden, und das neue Ohrloch wird idealerweise etwas neben der Narbe gestochen. Schwere Ohrringe können das Ohrläppchen erneut dehnen, daher sind leichtere Modelle ratsam.

Ist für eine Ohrläppchenkorrektur eine Vollnarkose nötig?

In der Regel nicht. Eingerissene oder gedehnte Ohrläppchen werden meist in örtlicher Betäubung in einem kurzen Eingriff korrigiert, und Sie können am selben Tag nach Hause gehen.

Lassen sich große Ohren verkleinern?

Ja. Durch Entfernung von Gewebe am äußeren Ohrrand und bei Bedarf am Ohrläppchen kann das Ohr verkleinert werden. Die Schnitte werden meist in den natürlichen Falten des Ohres versteckt. Wie stark verkleinert werden kann, hängt vom Aufbau des Ohres und den Gesichtsproportionen ab.

Ich wurde bereits am Ohr operiert und bin unzufrieden. Ist eine Korrektur möglich?

In vielen Fällen ja. Zunächst muss das Gewebe ausheilen, was in der Regel mindestens sechs Monate dauert. Wenn vorhanden, erleichtert der frühere Operationsbericht die Planung erheblich.

Beeinflusst eine Otoplastik das Hörvermögen?

Die Otoplastik betrifft nur die äußere Ohrmuschel; Gehörgang, Trommelfell und Mittelohr werden nicht berührt. Eine Auswirkung auf das Hören ist daher nicht zu erwarten. Bei Hörbeschwerden kann im Rahmen derselben HNO-Untersuchung eine Abklärung erfolgen.

Wie lange sollte ich nach einer Ohrkorrektur in Izmir bleiben?

Nach einer reinen Ohrläppchenkorrektur genügt meist ein kurzer Aufenthalt, die Fäden werden jedoch in der Regel nach 7–10 Tagen gezogen. Nach Knorpeleingriffen empfehlen wir, bis zum ersten Verbandwechsel in der ersten Woche zu bleiben; weitere Kontrollen sind oft per Videosprechstunde möglich.

Wann werden die Fäden nach einer Ohrläppchenkorrektur gezogen?

Nach einer Ohrläppchenkorrektur werden die Fäden in der Regel nach 7–10 Tagen gezogen. Bis dahin wird die Wunde nach unseren Pflegehinweisen versorgt, und Zug am Ohrläppchen sollte vermieden werden. Die meisten Patienten können bereits am nächsten Tag ihren Alltag wieder aufnehmen.

Ist ein Taubheitsgefühl am Ohr nach einer Otoplastik normal?

Ja. Besonders nach Eingriffen am Knorpel sind ein Taubheitsgefühl am Ohrrand und eine erhöhte Kälteempfindlichkeit häufig. Bei den meisten Patienten bildet sich diese Gefühlsveränderung innerhalb einiger Monate weitgehend zurück. In dieser Zeit sollten Sie das Ohr vor Kälte schützen und einen heißen Föhn nicht zu nah an das Ohr halten.

Darf ich nach einer Ohroperation Kopfhörer oder einen Helm tragen?

Nach Eingriffen am Knorpel wird von Over-Ear-Kopfhörern, Helmen und engen Mützen, die auf das Ohr drücken, in den ersten Wochen abgeraten, oft bis das nächtliche Stirnband nicht mehr nötig ist. Kleine In-Ear-Kopfhörer sind meist früher möglich, solange die Ohrmuschel beim Einsetzen und Herausnehmen nicht umgeknickt wird. Nach einer reinen Ohrläppchenkorrektur ist die Einschränkung deutlich kürzer.

Wird für eine Ohrkorrektur Gewebe von einer anderen Körperstelle entnommen?

Bei den meisten Otoplastiken ist keine Gewebeentnahme an anderer Stelle nötig. Wird zusätzliche Stütze benötigt, etwa bei einem umgeklappten Ohrrand, stammt ein kleines Knorpelstück meist aus einem nicht sichtbaren Bereich desselben Ohres. Bei größeren Gewebeverlusten nach Verletzungen kommen umliegendes Gewebe oder Knorpeltransplantate infrage, was individuell bei der Untersuchung geplant wird.

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