Was unterscheidet eine akute von einer chronischen Sinusitis?
Sinusitis ist eine Entzündung der luftgefüllten Hohlräume rund um die Nase (Nasennebenhöhlen). Meist folgt sie auf eine Erkältung und heilt von selbst oder mit einer kurzen Behandlung aus. Bei der chronischen Sinusitis halten die Beschwerden über Wochen oder Monate an, die Entzündung wird dauerhaft.
| Akute Sinusitis | Chronische Sinusitis | |
|---|---|---|
| Dauer | Meist unter 4 Wochen | 12 Wochen oder länger |
| Beginn | Meist nach einer Erkältung | Schleichend |
| Typische Beschwerden | Fieber, Gesichtsschmerz, zähes Sekret | Verstopfte Nase, Sekretfluss in den Rachen, verminderter Geruchssinn, Druckgefühl im Gesicht |
| Operation | Sehr selten, nur bei Komplikationen | Bei ausgewählten Patienten, nach medikamentöser Therapie |
Die Diagnose wird nicht allein anhand der Beschwerden gestellt. Eine behinderte Nasenatmung oder Sekretfluss, zusammen mit Gesichtsdruck oder vermindertem Riechvermögen, sollte länger als 12 Wochen bestehen und durch Nasenendoskopie oder CT bestätigt werden. Mehrere akute Schübe pro Jahr sind ein anderes Krankheitsbild und werden gesondert beurteilt.
Wie lange sollte man Medikamente ausprobieren?
Grundlage der Behandlung ist eine regelmäßige Pflege, die die Entzündung in der Nase verringert. Bei den meisten Patienten beginnen wir mit:
- Nasenspülungen mit Salzlösung: Sie lösen Schleim und Krusten und helfen, die Öffnungen der Nebenhöhlen frei zu halten. Spülungen mit größerem Volumen, etwa mit einer Nasendusche, wirken meist besser als ein einfaches Salzspray.
- Kortisonhaltige Nasensprays: Sie verringern Entzündung und Schwellung der Schleimhaut. Die Wirkung baut sich über mehrere Wochen auf; regelmäßige Anwendung mit der richtigen Technik ist wichtig.
- Behandlung begleitender Faktoren: Allergien, Reflux oder Rauchbelastung erschweren den Behandlungserfolg, wenn sie nicht kontrolliert werden.
- Kurzzeitige Zusatzmedikamente in ausgewählten Fällen: Antibiotika bei einem bakteriellen Schub oder eine kurze Kortisonbehandlung in Tablettenform bei ausgeprägten Polypen werden nach ärztlicher Beurteilung geplant.
Abschwellende Nasensprays sind nur für wenige Tage gedacht; bei längerer Anwendung können sie selbst eine dauerhaft verstopfte Nase verursachen. Um die Wirkung der Therapie zu beurteilen, ist meist eine regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen bis einige Monate nötig. Bei einem großen Teil der Patienten bessern sich die Beschwerden bereits in dieser Phase auf ein gut erträgliches Maß.
Wann wird ein CT gemacht?
Ein CT der Nasennebenhöhlen zeigt das Ausmaß der Erkrankung und die Anatomie der Nebenhöhlenöffnungen. Es ist aber nicht der erste Schritt bei jeder verstopften Nase, sondern wird meist veranlasst, wenn die Beschwerden trotz Therapie anhalten oder eine Operation erwogen wird.
Ein CT während einer akuten Erkältung kann täuschen, weil eine vorübergehende Schwellung wie eine dauerhafte Erkrankung aussehen kann. Den Zeitpunkt legen wir daher nach dem Untersuchungsbefund fest. Wird operiert, dient das CT zugleich als Orientierungskarte während des Eingriffs.
Wann kommt eine endoskopische Nasennebenhöhlen-Operation (FESS) infrage?
Bei der funktionellen endoskopischen Sinuschirurgie (FESS) wird über die Nasenlöcher mit einer dünnen Kamera gearbeitet: Verengte Nebenhöhlenöffnungen werden erweitert und krankes Gewebe entfernt. Äußere Schnitte im Gesicht sind nicht nötig. Infrage kommt sie zum Beispiel bei:
- anhaltenden Beschwerden trotz ausreichender, korrekt angewendeter medikamentöser Therapie,
- im CT dauerhaft verschlossenen Nebenhöhlenöffnungen,
- Nasenpolypen, die sich mit Medikamenten nicht ausreichend zurückbilden,
- mehreren Sinusitis-Schüben pro Jahr, die den Alltag deutlich beeinträchtigen,
- besonderen Situationen wie Pilzsinusitis, Verdacht auf eine einseitige Raumforderung oder Komplikationen in Richtung Auge oder Gehirn.
Behindert eine verkrümmte Nasenscheidewand (Septumdeviation) die Belüftung der Nebenhöhlen, kann in derselben Sitzung eine Septumplastik erfolgen. Soll zusätzlich die äußere Form der Nase verändert werden, lässt sich dies als Septorhinoplastik gemeinsam planen.
Ändern Nasenpolypen die Entscheidung?
Die chronische Sinusitis mit Polypen ist eine Form, bei der Polypen die Nase ausfüllen und häufig zum Verlust des Geruchssinns führen. Auch hier steht meist zuerst die medikamentöse Behandlung. Die Operation entfernt die Polypen und öffnet die Nebenhöhlen, sodass Nasensprays sie danach besser erreichen.
Die Neigung zu Polypen ist jedoch eine Grunderkrankung: Auch nach der Operation sind regelmäßige Sprayanwendung und Kontrollen nötig, und bei manchen Patienten kehren die Polypen im Lauf der Jahre zurück. Besonders bei Asthma oder wiederkehrenden Polypen können unter bestimmten Voraussetzungen auch neuere Möglichkeiten wie Biologika erwogen werden.
Wie verläuft die Heilung nach der Operation?
Die FESS erfolgt in der Regel in Vollnarkose; die meisten Patienten gehen am selben Tag oder nach einer Nacht im Krankenhaus nach Hause. Die Dauer des Eingriffs hängt vom Ausmaß der Erkrankung ab.
In den ersten Tagen sind eine verstopfte Nase, leicht blutiges Sekret und Krustenbildung häufig. Eine Bürotätigkeit ist bei den meisten nach etwa einer Woche wieder möglich. In den ersten ein bis zwei Wochen sollten Sie Naseschnäuzen, anstrengenden Sport und Pressen vermeiden. Nasenspülungen und die Reinigung bei den Kontrollterminen sind ein wichtiger Teil der Heilung; bis sich die Schleimhaut vollständig erholt, können mehrere Wochen bis einige Monate vergehen. Wenn Sie aus dem Ausland nach Izmir kommen, empfehlen wir meist einen Aufenthalt von etwa einer Woche, damit die erste Kontrolle vor dem Rückflug stattfinden kann.
Wie bei jeder Operation bestehen Risiken wie Blutungen, Verwachsungen in der Nase und ein Wiederauftreten der Erkrankung. Schwere Komplikationen im Bereich von Auge oder Schädelbasis sind selten; wir besprechen sie vor dem Eingriff ausführlich.
Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?
Halten eine verstopfte Nase, Sekretfluss in den Rachen oder ein verminderter Geruchssinn länger als drei Monate an, ist eine HNO-Untersuchung sinnvoll. Eine einseitige, zunehmende Verstopfung oder blutiges Sekret sollte immer abgeklärt werden. Treten zusammen mit einer Sinusitis Schwellung oder Rötung um das Auge, Sehstörungen, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder hohes Fieber auf, suchen Sie bitte umgehend eine Notaufnahme auf.
Die Entscheidung für eine Operation fällt bei chronischer Sinusitis nie anhand eines einzelnen Bildes oder eines einzigen Termins. Wir beurteilen Ihre Beschwerden gemeinsam mit dem endoskopischen Befund und gegebenenfalls dem CT und planen mit Ihnen den passenden nächsten Schritt. Weitere Antworten finden Sie auf unserer Seite mit häufigen Fragen.
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, lässt sich erst nach einer Untersuchung festlegen; Ergebnisse sind individuell verschieden.