Was ist ein Deep-Plane-Facelift?
Das Deep-Plane-Facelift ist eine Facelift-Technik zur Korrektur der Erschlaffung von unterem Gesicht und Hals. Der Name bezieht sich darauf, dass nicht nur unter der Haut, sondern unter der Stützschicht aus Muskel- und Bindegewebe des Gesichts, dem sogenannten SMAS, also in einer tieferen anatomischen Ebene operiert wird.
Mit dem Alter sinkt das Wangengewebe ab, die Kieferlinie verliert an Kontur und der Hals erschlafft. Beim Deep-Plane-Facelift werden die Bänder gelöst, die dieses Gewebe nach unten ziehen, und Haut und Stützschicht anschließend gemeinsam als Einheit angehoben. Ziel ist, das Gewebe wieder näher an seine frühere Position zu bringen, ohne dass das Gesicht gespannt wirkt.
Die Kopf- und Halschirurgie setzt eine genaue Kenntnis des Verlaufs des Gesichtsnervs und der Halsanatomie voraus. Da beim Deep-Plane-Facelift in der Nähe der Gesichtsnervenäste gearbeitet wird, legt Dr. Özlem Yüksel Coşar besonderen Wert auf eine sorgfältige anatomische Planung.
Was korrigiert ein Deep-Plane-Facelift?
Ein Deep-Plane-Facelift wird bei Patienten geplant, bei denen sich die Alterung vor allem in der unteren Gesichtshälfte und am Hals zeigt:
- Hängebäckchen entlang der Kieferlinie
- Vertiefte Nasolabialfalten zwischen Nase und Mund
- Vertiefte Marionettenfalten von den Mundwinkeln zum Kinn
- Eine Kieferlinie, die ihre klare Kontur verloren hat
- Erschlaffter Hals, Platysmastränge und Fülle unter dem Kinn
Für das obere Gesicht, also Stirn, Augenbrauen und Augenpartie, ist dieser Eingriff nicht ausgelegt. Zeigen sich Ihre Alterungszeichen vor allem an Brauen, Augen und Wangenknochen, ist ein endoskopisches Facelift möglicherweise die passendere Wahl.
SMAS oder Deep Plane: Was ist der Unterschied?
Facelift-Techniken unterscheiden sich vor allem in der Schicht, in der das Gewebe angehoben wird:
| Reine Hautstraffung | SMAS-Facelift | Deep-Plane-Facelift | |
|---|---|---|---|
| Schicht | Unter der Haut | Unter der Haut und auf dem SMAS | Unter dem SMAS |
| Verlagerung | Nur die Haut wird gestrafft | Haut und SMAS meist getrennt gestrafft | Haut und SMAS gemeinsam als Einheit verlagert |
| Lösen der Haltebänder | Nein | Begrenzt | Die Bänder von Wange und Kieferlinie werden gelöst |
| Wo liegt die Spannung? | Auf der Haut | Verteilt auf Haut und SMAS | Überwiegend auf der tiefen Schicht |
| Heutiger Stellenwert | Allein nur selten | Weit verbreitet und wirksam | Häufig bevorzugt bei abgesunkener Wange und Hängebäckchen |
Liegt die Spannung auf der tiefen Schicht statt auf der Haut, lässt sich ein „windschiefer", überstraffter Ausdruck besser vermeiden, und die Narben heilen in der Regel günstiger. Dennoch gibt es nicht die eine richtige Technik für alle; die Wahl hängt von Ihrer Gesichtsstruktur und dem zu korrigierenden Befund ab.
Für wen ist ein Deep-Plane-Facelift geeignet?
Der Eingriff kommt in der Regel für Menschen infrage, die:
- eine deutliche Erschlaffung von Kieferlinie und Hals haben, meist im Alter zwischen etwa 45 und 70 Jahren
- allgemein gesund sind und einen gut eingestellten Blutdruck und Blutzucker haben
- nicht rauchen oder bereit sind, mehrere Wochen vor der Operation aufzuhören
- seit längerer Zeit ein stabiles Gewicht und realistische Erwartungen haben
Ein Facelift verbessert allein weder die Hautstruktur noch feine Fältchen oder Pigmentflecken. Im Beratungsgespräch besprechen wir offen, was die Operation verändern kann und was nicht.
Beratung und Planung
Im ersten Gespräch beurteilen wir die Hautqualität, das Ausmaß der Erschlaffung von Wangen und Kieferlinie, die Halsmuskulatur, das Fettgewebe unter dem Kinn sowie Unterschiede zwischen beiden Gesichtshälften. Die Funktion des Gesichtsnervs wird untersucht und dokumentiert. Frühere Gesichtsoperationen, Filler oder Fadenliftings werden berücksichtigt.
Internationale Patienten können vorab Fotos und medizinische Unterlagen für eine erste Einschätzung senden; der endgültige Plan wird jedoch immer nach einer persönlichen Untersuchung in Izmir festgelegt. Die Gespräche können auf Türkisch oder Englisch geführt werden. Vor der Operation:
- werden Blutverdünner, bestimmte Schmerzmittel und pflanzliche Präparate überprüft und bei Bedarf gemeinsam mit dem verordnenden Arzt angepasst,
- muss der Blutdruck gut eingestellt sein, da Bluthochdruck das Risiko einer Nachblutung erhöht,
- erfolgen Routine-Blutuntersuchungen und ein Narkosegespräch,
- ist ein Rauchverzicht vor und nach der Operation notwendig, da Rauchen die Hautdurchblutung verschlechtert und Wundheilungsstörungen verursachen kann.
Wie läuft ein Deep-Plane-Facelift ab?
Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert je nachdem, ob ein Halslifting hinzukommt, meist 3–6 Stunden.
Schnittführung
Der Schnitt beginnt am oder im Haaransatz der Schläfe, folgt den natürlichen Konturen vor dem Ohr, verläuft um das Ohrläppchen und setzt sich hinter dem Ohr entlang des Nackenhaaransatzes fort. Wird auch der Hals behandelt, kommt ein kleiner Schnitt unter dem Kinn hinzu.
Arbeiten in der tiefen Ebene
Nachdem die Haut auf einer kurzen Strecke abgelöst wurde, wird unter die SMAS-Schicht gewechselt. Die Bänder, die Wange und Kieferlinie nach unten halten, werden gelöst, und Haut und SMAS werden gemeinsam nach oben und hinten verlagert und an tieferen Strukturen fixiert. Die Äste des Gesichtsnervs werden dabei geschont. Überschüssige Haut wird anschließend spannungsfrei entfernt.
Halslifting
Bei erschlafftem Hals wird in derselben Operation über den Schnitt unter dem Kinn der Halsmuskel (Platysma) in der Mitte vernäht und bei Bedarf überschüssiges Fett unter dem Kinn reduziert. Das hilft, den Winkel zwischen Kiefer und Hals wieder klarer zu definieren.
Am Ende der Operation werden in der Regel dünne Drainagen und ein leichter Kompressionsverband angelegt. Die meisten Patienten bleiben eine Nacht im Krankenhaus.
Heilungsverlauf nach einem Deep-Plane-Facelift
Die Heilung hängt vom Einzelfall und vom Umfang der Operation ab. Im Allgemeinen gilt:
- Tag 1–2: Drainagen und Verband werden entfernt. Sie sollten sich mit erhöhtem Oberkörper ausruhen und ruckartige Kopfbewegungen vermeiden.
- Erste Woche: Schwellungen und Blutergüsse sind am stärksten; Spannungs- und Taubheitsgefühle im Gesicht und um die Ohren sind normal. Die Fäden vor dem Ohr werden meist gegen Ende dieser Woche entfernt.
- Tag 10–14: Die Fäden hinter dem Ohr und in der Kopfhaut werden entfernt.
- Woche 2–3: Die meisten Blutergüsse sind abgeklungen, viele Patienten kehren zu Büroarbeit und sozialem Leben zurück. Eine leichte Restschwellung lässt sich mit Make-up abdecken.
- Woche 4–6: Sport und körperliche Belastung können schrittweise wieder aufgenommen werden.
- Monat 6–12: Restschwellung und Taubheit klingen weitgehend ab, die Narben reifen und das Endergebnis wird sichtbar.
Kontrollen finden in den ersten Tagen sowie nach 1 Woche, 1 Monat, 3 Monaten und 1 Jahr statt. Nach Ihrer Rückkehr kann die Nachsorge per Videosprechstunde fortgesetzt werden.
Risiken und worauf Sie achten sollten
Das Deep-Plane-Facelift ist ein größerer Eingriff und mit bestimmten Risiken verbunden:
- Hämatom (Blutansammlung unter der Haut): die häufigste frühe Komplikation nach einem Facelift; Bluthochdruck erhöht das Risiko, gelegentlich ist eine erneute Operation nötig.
- Schwäche des Gesichtsnervs: meist vorübergehend und innerhalb von Wochen bis Monaten rückläufig; bleibende Schäden sind selten.
- Taubheitsgefühl: an Wangen, Ohren und Ohrläppchen häufig, bessert sich meist über mehrere Monate.
- Wundheilungsstörungen: besonders bei Rauchern kann die Durchblutung der Haut um das Ohr beeinträchtigt sein.
- Narbenbezogene Probleme: verdickte oder verbreiterte Narben, Formveränderung des Ohrläppchens, Verschiebung des Schläfenhaaransatzes oder Haarausdünnung im Schnittbereich.
- Infektion, Asymmetrie, Konturunregelmäßigkeiten und selten die Notwendigkeit einer Korrektur.
Vor der Operation besprechen wir im Rahmen der schriftlichen Aufklärung alle Risiken und Ihre persönlichen Besonderheiten ausführlich. Die sorgfältige Einhaltung der Nachsorgeempfehlungen, insbesondere eine gute Blutdruckkontrolle und der Verzicht auf Rauchen, senkt diese Risiken deutlich.
Kombination mit anderen Eingriffen
Wird nur das untere Gesicht behandelt, kann es aus dem Gleichgewicht mit dem oberen Gesicht geraten. Deshalb wird ein Deep-Plane-Facelift bei manchen Patienten zusammen mit folgenden Eingriffen geplant:
- ein endoskopisches Facelift bei abgesunkenen Brauen und Mittelgesicht
- eine Lidstraffung bei Hautüberschuss und Tränensäcken
- ein Lippenlifting, wenn sich der Abstand zwischen Nase und Oberlippe verlängert hat
- Eigenfetttransfer in Bereiche mit Volumenverlust
Kombinierte Eingriffe können Operation und Heilung verlängern. Die Entscheidung treffen wir daher unter Berücksichtigung Ihres allgemeinen Gesundheitszustands und Ihrer Erwartungen.
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, lässt sich erst nach einer Untersuchung festlegen; Ergebnisse sind individuell verschieden.